Baustein 7

Vom Lesen zum Schreiben

Lesen und Schreiben sind zwei Seiten derselben Mediaille:
Wer flüssig liest, kann leichter schreiben – und wer sicher schreibt, versteht die Strukturen von Sprache besser.

Mithilfe der Silbenmethode finden die Kinder einen stabilen Zugang zum Lesen und können diese Grundlage konsequent ins Schreiben übertragen.

Leseregeln

Damit Kinder deutsche Wörter sicher lesen und richtig betonen können, brauchen sie ein klares Gefühl für die Silbenstruktur.

Starter: der Konsonant, mit dem die Silbe beginnt Klinger: der Vokal der Silbe Stopper: der Konsonant, mit dem die Silbe endet

 

Die wichtigsten Regeln sind einfach:

  • Deutsche Standardwörter bestehen aus zwei Silben.
  • Die erste Silbe ist betont, die zweite Silbe unbetont – das nennt man Trochäus.

 

  • Beispiel: Na-se, Na-me
  • Die erste Silbe kann offen sein (sie endet auf einen
    Klinger) – dann wird der Vokal lang gesprochen.
    Beispiel: le-sen
  • Oder sie ist geschlossen (sie endet auf einen Stopper) –
    dann wird der Vokal kurz gesprochen.
    Beispiel: Man-tel

 

Damit das Lesen leichter fällt, zeigt der farbige Silbentrenner in den Materialien, ob es sich um eine offene oder geschlossene Silbe handelt.

Besonders wichtig ist dabei die Regel für geschlossene Silben:
Starter – Klinger – Stopper = kurz

Wer diese Struktur versteht, liest Wörter automatisch im
richtigen Rhythmus. Deshalb sind lautes, gemeinsames
Lesen und das wiederholte Automatisieren der Silben
so entscheidend für eine sichere Leseentwicklung.

Schreibregeln

Die gleichen Strukturen, die den Lesefluss steuern, bilden auch den Kern des Schreibens: Starter, Klinger und Stopper sind Bausteine, die den Kindern helfen, Wörter nicht nur richtig zu lesen, sondern auch richtig zu verschriften. Entscheidend ist die Automatisierung: Nur wenn grundlegende Abläufe sicher beherrscht werden, können sich die Kinder auf Inhalte und Rechtschreibbesonderheiten konzentrieren.

 

Warum die grafomotorische Entwicklung so wichtig ist

Bevor Kinder mit dem eigentlichen Schreiben von Silben und Buchstaben beginnen können, müssen sie grundlegende Bewegungsfertigkeiten trainieren: Striche, Bögen, Girlanden, Kreisformen … Beherrschen Kinder diese Bewegungen, sind sie von Anfang an in der Lage, Buchstaben korrekt und flüssig zu schreiben.

 

Schreiben mit zwei Farben

Die Silben eines Wortes werden abwechselnd blau und rot geschrieben. Das macht die Silbenstruktur sichtbar, verhindert Fehler von Anfang an und sorgt zugleich für flüssige Bewegungsabläufe. Vier Silben sind schneller geplant und ausgeführt als zwölf einzelne Buchstaben.

 

Schreiben mit der Schreibtabelle

In den ersten Wochen der Schuleingangsphase steht in der Silbenschule die bewusste Wahrnehmung von Silben im Vordergrund. Das Schreiben mit der Schreibtabelle wird anschließend behutsam angebahnt.

Nach der Silbenschule können die Kinder Schritt für Schritt in die Arbeit mit der Schreibtabelle einsteigen. Mithilfe von Ankerbildern lernen die Kinder, Laute herauszuhören und in Schrift zu übertragen. So entsteht nach und nach ein sicherer Umgang mit Buchstaben, Silben und Wörtern.

Die Schreibtabelle enthält drei Farbbereiche:

  • Gelb: Klinger (Vokale). Jeweils zwei Tiere verdeutlichen die Artikulationsmöglichkeiten kurz und lang. Das Gelb entspricht den Klingen Zimmern aus den Silbenhäusern.
  • Hellblau: Konsonanten
  • Dunkelblau: Konsonanten / Konsonantenverbindungen

Die Ankerbilder sind bewusst ausgewählt, da sie sich gut für die Artikulation und das Silbieren eignen.