Baustein 2
Motorik, Koordination, Seitigkeit
Bevor Kinder lesen und schreiben lernen, braucht es ein sicheres körperliches Fundament: Motorik, Koordination und Lateralisierung. Spielerische Bewegung schult das Zusammenspiel von Armen und Beinen, während die Abstimmung von dominantem Auge und dominanter Hand maßgeblich beeinflusst, wie leicht Kindern der Schriftspracherwerb fällt. Erfahre, welche Rolle Kreuzdominanz dabei spielt und wie sie sich auf Lese- und Schreibrichtung auswirken kann.


Motorik und Koordination
Sichere Motorik und Feinmotorik bilden die Basis für den Schriftspracherwerb. Spielerische Aktivitäten wie Seilhüpfen oder Ballwerfen leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung grundlegender koordinativer Fähigkeiten bei Kindern. Durch Springen im Takt oder das gezielte Fangen und Werfen werden Bewegungsabläufe geschult, bei denen Arm- und Beinbewegungen aufeinander abgestimmt werden müssen.
Das schafft eine wichtige Grundlage für komplexere Koordinationsprozesse, die in schulischen Lernkontexten eine große Rolle spielen.
Was bedeutet Lateralisierung?
Lateralisierung beschreibt die Bevorzugung einer Körperseite bei bestimmten Sinnes- und Bewegungsfunktionen. Sie betrifft vor allem das Sehen (dominantes Auge) und die Handnutzung (Händigkeit). Die Dominanz kann auf der rechten oder linken Seite liegen (rechtes Auge / rechte Hand oder linkes Auge / linke Hand). Von einer Kreuzdominanz spricht man, wenn die Dominanz von Hand und Auge auf unterschiedlichen Seiten liegt – etwa rechtes Auge und linke Hand (oder andersrum).
Eindeutige Lateralisierung

Rechte Auge,
rechte Hand

Linkes Auge,
linke Hand
Kreuzdominanz

Rechtes Auge,
linke Hand

Linkes Auge,
rechte Hand
Lateralisierung und Schriftspracherwerb
In der deutschen Sprache wird von links nach rechts gelesen und geschrieben. Eine Lateralisierung auf derselben Seite unterstützt diesen Prozess, weil das dominante Auge und die dominante Hand in dieselbe Richtung arbeiten. Bei einer Kreuzdominanz, wenn Auge und Hand auf unterschiedlichen Seiten dominant sind, fehlt diese Abstimmung. Das kann dazu führen, dass Blickführung und Schreibbewegung nicht harmonieren.
Mögliche Folgen von Kreuzdominanz
- Unsicherheit in der Lese- und Schreibrichtung
- Verwechslung ähnlicher Buchstaben und Schreibweisen (Beispiel: d – b, g – p, ie – ei)
- Schwierigkeiten bei der Zahlenschreibung
(Beispiel: 3 – E, 6 – 9, 15 – 51)

